2xJA zum Mindestlohn im Kanton Basel-Stadt

Circa 18’000 Menschen in Basel verdienen weniger als 4’000 Franken pro Monat. Jede zehnte Person arbeitet 100% und ist trotzdem arm. Frauen sind davon dreimal so stark betroffen wie Männer. Wir finden das in unserem wirtschaftlich erfolgreichen Kanton unwürdig. Darum braucht es einen Mindestlohn.

Als Deutschland unter Angela Merkel einen Mindestlohn einführte, malten rechte Ökonomen den Teufel an die Wand. So wie es jetzt unsere Arbeitgeberverbände machen. Eingetreten ist das Gegenteil! Die Tieflöhne sind gestiegen, es gingen keine Arbeitsplätze verloren. Die gleiche Erfahrung machten die Kantone Jura, Tessin und Neuenburg. Ein Mindestlohn funktioniert.

Ein Mindestlohn schützt auch das Gewerbe, das faire Löhne zahlt. Er verhindert, dass verantwortungsvolle Unternehmen von Firmen unter Druck gesetzt werden, die Dumpinglöhne zahlen.

Darum 2xJa zum Mindestlohn.

Ein Mindestlohn schützt vor Armut. Wer arbeitet, soll davon leben können. Das ist eine Frage der Wertschätzung und der Würde. Wir wollen nicht, dass Menschen in unserem Kanton an den Rand gedrängt werden.
Betroffen von Tieflöhnen sind vor allem Frauen und ­Migrantinnen. Und zwar das ganze Leben, weil tiefe Löhne auch tiefe Renten bedeuten. Nur knapp 11% der Arbeitnehmerinnen in Basel-Stadt arbeiten unter einem Gesamtarbeitsvertrag, der einen Mindestlohn hat und für die ganze Branche gilt. Mit einem JA zum Mindestlohn schützen wir alle Menschen vor Tieflöhnen.

Auch dem Gewerbe hilft ein Mindestlohn. Menschen, die durch einen ­Mindestlohn mehr verdienen, werden mit der höheren
Kaufkraft mehr konsumieren. Sie können sich endlich einen Kaffee in einem Restaurant oder einen Haarschnitt beim Coiffeur leisten.
Dort, wo es keine sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen gibt, welche gleich lange Spiesse für alle garantieren, greift der Mindestlohn. Faire Arbeitgebende werden vor einer Konkurrenz geschützt, deren Geschäftsmodell nur wegen Dumpinglöhnen funktioniert.

Viele Menschen mit Tieflöhnen müssen vom Sozialstaat unterstützt werden. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit mit Sozialhilfe­geldern unfaire Arbeitgebende subventioniert. Der Mindestlohn passt zu Basel. Wir übernehmen damit eine Pionierrolle in der Deutschschweiz. Alle sollen es gut haben in unserem Kanton. Auch ­Arbeitenehmer*innen in Tieflohnbranchen sollen die Lebensqualität von Basel geniessen können.

Die Wirtschaftskommission des Grossen Rates sagte einstimmig JA zum Gegenvorschlag und dem Mindestlohn von 21 Franken.
Auch Politiker*innen von SVP, FDP, CVP und LDP haben JA gesagt
zum Mindestlohn. Der Grosse Rat hat ebenfalls klar zugestimmt und der Regierungsrat steht auch hinter dem Gegenvorschlag.

Arbeitgeberverbände behaupten, ein höherer ­Mindestlohn bedeute mehr Arbeitslosigkeit. Das ist wissenschaftlich widerlegt.

  • Faire Arbeitgebende werden vor einer Konkurrenz geschützt, deren Geschäftsmodell nur wegen Dumpinglöhnen funktioniert.
  • Tieflohnbeschäftigte müssen bei einem höheren Lohn weniger arbeiten (und geben z.B. Nebenjobs auf).
  • Es findet weniger Lohndiskriminierung von Frauen oder Migrantinnen statt.
  • Lohndumping wird verhindert.
  • Die Arbeitszufriedenheit steigt und es gibt eine höhere Produktivität.
  • Die Arbeitnehmerinnen erlangen eine höhere Kaufkraft.